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COPD-Pflege: Für den Patienten da sein – und für sich selbst

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Informationen für COPD-Patienten und ihre Betreuer

Diese Informationen stammen von führenden COPD-Gesundheits- und Interessenverbänden. Dies sind allgemeine Informationen und ersetzen keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich bei speziellen Fragen zu Ihrer COPD oder Ihrer allgemeinen Gesundheit an Ihren behandelnden Arzt.

Es ist nicht einfach, sich um eine schwer erkrankte Person zu kümmern. Die Pflege von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) kann besonders anspruchsvoll sein, da diese fortschreitende Erkrankung sich mit der Zeit zunehmend verschlimmert. Es ist wichtig zu wissen, welche Art von COPD der Patient hat, um ihn angemessen behandeln zu können.

Hilfestellung für die Betreuung

Wissen über die COPD aneignen

Wenn Sie sich um eine erkrankte Person kümmern wollen, müssen Sie wissen, was sie durchmacht. Lungenemphyseme und eine chronische Bronchitis sind zwei unterschiedliche Formen der COPD.1 Man kann an einer oder beiden erkranken. Es ist wichtig zu wissen, welche Art von COPD der Patient hat, um ihn angemessen behandeln zu können.

Anzeichen und Symptome erkennen1

Die Symptome sind der Schlüssel zum Verständnis der COPD. Die allgemeinen COPD-Symptome umfassen Kurzatmigkeit, Husten, Keuchen, übermäßige Schleimproduktion und Engegefühl in der Brust. Durch Beobachten der Symptome erkennen Sie, wann Sie einen Arzt rufen müssen. In der Regel sollten Sie einen Arzt rufen, wenn Ihr Patient:

  • bei einfachen, alltäglichen Aktivitäten übermäßig starke Atemprobleme hat,
     
  • mehr hustet als üblich oder unter hustenbedingten Brustschmerzen leidet,
     
  • eine erhöhte Schleimproduktion hat oder sich das Aussehen des Schleims verändert hat,
     
  • geschwollene Hände oder Füße hat,
     
  • extrem müde oder schwach ist,
     
  • aufgrund seiner Kurzatmigkeit schlecht schläft.

 

Helfen Sie ihnen, mit dem Rauchen aufzuhören2

Eine der Hauptursachen für die COPD ist das Rauchen. Wenn Ihr Patient auch nach der COPD-Diagnose weiterraucht, ermutigen Sie ihn, damit aufzuhören. Studien zeigen, dass das Aufhören mit dem Rauchen den Krankheitsverlauf verlangsamt und die Schwere der Symptome lindert.

Sportliche Aktivitäten fördern2

Bei COPD kann Sport anfangs schwierig sein und zunächst kontraproduktiv erscheinen. Aber Bewegung ist sehr wichtig, um das Atemsystem zu stärken. Vor Beginn sollte jedoch Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Ist Sport unbedenklich, können Sie Ihren Angehörigen unterstützen, indem Sie gemeinsam trainieren oder ihn ermutigen, weiterhin aktiv zu bleiben.

Sicheres Zuhause2

Es ist wichtig, die Luft im Haus rein zu halten und das Haus COPD-freundlich einzurichten. Das regelmäßige Wechseln der Luftfilter und die Beseitigung von Staub und Pollen kann dabei hilfreich sein. Stark parfümierte Produkte können Krankheitsschübe verursachen. Vermeiden Sie Lufterfrischer, Duftkerzen und scharfe, stark riechende Reinigungsmittel. Ein auf COPD abgestimmtes Zuhause ist wichtig, da selbst kleinste Aufgaben beim Patienten Atemnot auslösen können. Sie können ihm helfen, indem Sie sein Wohnumfeld vereinfachen und in jedes Zimmer einen Stuhl stellen.

Begleitung zu Terminen2

Begleiten Sie ihn zu seinen Arztterminen. Halten Sie schriftlich fest, was der Arzt sagt und bieten Sie ihm moralische Unterstützung.

Hilfe bei der Medikamenteneinnahme2

Abhängig von den Symptomen und der Schwere seiner COPD nimmt Ihr Patient eventuell mehrere Medikamente ein. Als sein Betreuer können Sie darauf achten, dass er die richtigen Pillen zum richtigen Zeitpunkt einnimmt. Sie können aber auch eine Tabelle für seine Medikamente erstellen, damit er selbst den Überblick behält.

Selbstfürsorge

Es ist wichtig, für den Patienten da zu sein, aber Sie müssen sich auch um sich selbst kümmern. Ihre Stimmung hat Einfluss auf die Stimmung Ihres Patienten. Wenn Sie sich nicht um Ihre körperliche und seelische Gesundheit kümmern, wirkt sich das auch auf Ihre Stimmung aus.

Ein gesunder Lebensstil1

Fachleute empfehlen, dass Sport und gesunde Ernährung viel zur Gesundheit beitragen. Dazu wird ein moderates bis intensives wöchentliches Ausdauertraining sowie ein guter nächtlicher Schlaf vorgeschlagen. Wenn Sie einen Spaziergang machen, nehmen Sie Ihren Patienten mit. Wenn Sie sich gesundes Essen zubereiten, geben Sie auch Ihrem Patienten etwas davon ab.

Umgang mit Stress3

Es ist schwierig, sich um jemanden zu kümmern, wenn man sich gestresst fühlt. Stress kann sogar zu Unruhe oder Ausgebranntsein führen. Hervorragende Möglichkeiten zum Stressabbau sind Meditation, Yoga, Atemtechniken, regelmäßiger Sport und ein gesunder Schlaf. Allgemeine Anzeichen dafür, dass Sie sich zu viel Stress aufbürden, sind:

  • wenn Sie sich traurig oder beunruhigt fühlen,
     
  • Antriebslosigkeit,
     
  • Schlafstörungen oder zu viel Schlaf,
     
  • Gewichtszunahme oder -abnahme,
     
  • fehlendes Interesse an Hobbys oder sozialen Aktivitäten,
     
  • wenn Sie schnell gereizt sind,
     
  • häufig Kopfschmerzen haben.

Selbsthilfegruppen für Betreuungspersonen4

Jemanden zu betreuen ist nicht einfach, aber Sie sind nicht allein. Selbsthilfegruppen können für Bestätigung und Ermutigung sorgen. Selbsthilfegruppen geben Ratschläge für den Umgang mit schwierigen Situationen beim Patienten, für das Stressmanagement und das Wissen, dass Sie als Betreuer mit den Herausforderungen nicht allein sind.

Zeit für sich selbst3

Es ist wichtig, dass Sie sich ein paar Stunden oder sogar einen Tag lang nur um sich selbst kümmern. Dabei können Sie ein neues Hobby anfangen, ein altes weiterführen oder Zeit mit Freunden verbringen. Ganz gleich, wie Sie Ihre Zeit verbringen – sich selbst etwas Zeit zu gönnen, kann Stress reduzieren.

Es ist nicht egoistisch zuzugeben, dass einem alles zu viel wird. Wenn Sie sich als Betreuer überfordert fühlen, wenden Sie sich an Freunde oder Angehörige. Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.

 

EUR-DE-AT-1174-v1

 

Literaturhinweise:

  1.  “Caring for Someone with COPD.” Caring for Someone With COPD | COPD.com, copd.com/copd-support/copd-caregiver-information/.
  2.  Higuera, Valencia. “How Do I Help My Loved One Manage Their COPD?” Healthline, Healthline Media, healthline.com/health/copd/helping-your-loved-one.
  3.  “The COPD Caregiver.” COPD Foundation, copdfoundation.org/Learn-More/I-am-a-Caregiver/The-COPD-Caregiver.aspx.
  4.  Griffin, R. Morgan. “Caregiving Tips for a Loved One With COPD.” WebMD, WebMD, webmd.com/lung/features/caregiving-tips-for-a-loved-one-with-copd.